![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
|
Ursli Pfister - Christoph Marti - ist (mittlerweile) der einzige "echte" Schweizer in der
Gruppe, wenn auch mit festem Wohnsitz in Berlin seit 1988. Nach Stückverträgen am Stadttheater Bern (Schneider Motel Kamzoil in Anatevka)
und am Stadttheater Freiburg i.Br. wurde er im Herbst 1988 für zunächst zwei Jahre
als Anfänger an das Schillertheater in Berlin engagiert (Intendant damals Heribert Sasse)
und auch von der neuen Intendanz (Kirchner, Lang und Komplizen) als einer der wenigen jungen
Akteure übernommen. Christoph Marti kündigte seinen Vertrag am Schillertheater jedoch
nach wenigen Proben mit Herrn Kirchner! Parallel zu seinem Engagement an der Schaubühne begann Christoph mit Tobias Bonn und zwei anderen, in
Berlin engagierten Kollegen (Max Gertsch und Lilian Naef, beide ebenfalls von der Berner Schauspielschule)
noch ohne konkretere Pläne ein musikalisches Programm zu erarbeiten, welches dann später zur
ersten Geschwister Pfister-Show "Melodien fürs Gemüt" werden sollte.
Ursli: «Körperpflege ist mein Hobby» «Eine Frau, die sich nicht parfümiert, hat keine Zukunft». Seit Ursli Pfister als fünfjähriger Coco Chanel diesen Satz hatte sagen hören, ist er ein Kosmetikfan. «Wann haben meine Geschwister haben sie draußen gespielt, ich habe lieber drin ein Bad genommen», gesteht Ursli mit seinem kurligen «American German», das wir in der Folge der Verständlichkeit halber eindeutschen. Brückenbauer: Ursli Pfister, Sie betonen bei jeder Gelegenheit, wie wichtig Ihnen Körperpflege sei. Leiden Sie unter Waschzwang? Ursli Pfister: Oh nein, um einen Waschzwang geht es nicht. Aber da für mich als Künstler der Körper das wichtigste Ausdrucksmittel ist, pflege ich ihn sorgfältig, genauso wie eine Violinistin ihre Stradivari-Geige umsorgt. Die wichtigste Frage dabei ist immer: Tue ich mir damit etwas Gutes? Ich finde, genau wie der Philosoph Spinoza, dass man diese Frage ohnehin viel öfter stellen sollte. In der Erziehung beispielsweise wird sie leider so gut wie nie gestellt. Ihre Liebe zur Kosmetik hat Ihnen einmal eine 100.000-Mark-Klage eingebracht. Wie das? Ich hatte eine wunderschöne Pin-up-Postkarte anfertigen lassen, die mich mit einem Parfum «Ursli Nr.1» zeigte. Das gefiel einem Parfum- und Modegiganten - dessen Name ich jetzt nicht nennen kann - nicht. Da die Firma über wesentlich mehr Geld verfügte als wir, ließen wir uns auf einen Vergleich ein. Ihre Welt besteht aus Kosmetik, Kitsch und Klatsch. Engagieren Sie sich denn für gar nichts? Ich unterscheide nicht zwischen Gut und Böse, sondern akzeptiere, was ist. Denn auch wenn ich mich täglich zum Beispiel über den Bauboom in meiner Wohnstadt Berlin aufregen würde, änderte ich damit nichts. (Brückenbauer Nr. 24, 9.6.1998) |