Brückenbauer 9.06.1998
Die Retter der SentimentalitätDie Geschwister Pfister sind zurück. In ihrem Programm "Party heut' Nacht" singen sie noch einmal die kitschigsten Schnulzen und lüpfigsten Jodellieder. Ihre Herzen sind rein. Und das schlägt sich in den bezaubernden Stimmen der Geschwister Pfister nieder. "Blue Bajou" oder "Das weisse Rössl" zelebrieren sie mit derselben Inbrunst wie einen Abba-Heuler. "Wir überzeichnen vieles und arbeiten mit Klischees", erklärt Toni Pfister, "aber wir wissen, dass jedes Klischee eine Seele hat. Deshalb machen wir es auch nicht runter." Dieser liebevolle Umgang mit dem Liedgut ist mit Gewissheit eines der Geheimnisse des sagenhaften Erfolgs der Geschwister Pfister. Die eingeschworenen Fans lieben die Waisenkinder aus Zermatt, weil sie den Kitsch mit heiligem Ernst - und absolut professionell - zelebrieren, im Gegensatz zu so manchen unsäglichen Parodisten, die dilettierend die Musik zerstören, im bemühten und bemühenden Bestreben, lustig zu wirken. "Es ist einer unserer heiligsten Grundsätze, dass wir nie versuchen, komisch zu sein", erklärt Ursli Pfister, "denn wer lustig zu sein versucht, der ist's nicht." Die Pfisters sind auch so zum Schiessen. Und kein Mensch nimmt den drei Kultstars die klebrigen Melodien und den zuweilen schlechten Geschmack übel. Die dürfen das, weil sie den Kitsch mit Leib und Seele zelebrieren. Beat A.Stephan |
| Stand: 29.12.2003 | zur Startseite |