Famos: Die Geschwister Pfister in Schmidts Tivoli
Ein Potential, das unerschöpflich scheint
|
Von JÖRG A. NOLL Hamburg - Es fing holprig an, wurde aber ein famoser Abend. Angeblich verspätet und mit einigen Koffern bepackt spurteten die Geschwister Pfister auf die Bühne, um sich erst einmal ausgiebig zu zanken, zu zetern und zu plaudern. Dann sangen sie: "Servus, Grüezi und Hallo" -und verblüfften das Publikum durch die Vollkommenheit ihrer Darbietung: Gesang und Auftreten des Trios waren perfekt einstudiert. Die Geschwister Pfister - das sind Fräulein Schneider, Ursli und Toni Pfister - boten in Schmidts Tivoli ein glanzvolles, zweieinhalb Stunden dauerndes Best-of-Programm. Als es Fräulein Schneider nach Champagner dürstete, fragte Ursli Pfister die Band, das akkurat agierende Jo-Roloff-Trio: "Wollen wir Alkohol ins Spiel bringen?" Klar wollten sie, welch blöde Frage, und später brachte man sogar einen Joint ins Spiel und auch ins Publikum, und es wurde ein feiner Abend, oder, um es mit den Worten Urslis, deren Hobbys "Körperpflege und Clark Gable" sind, zu sagen: "completely intim und abgehangen". Die Geschwister Pfister - drei unterschiedliche, ausgezeichnet gegebene Charaktere - buhlten um Beifall, um das Scheinwerferlicht, scherzten mit der Bedienung und dem Publikum, trieben allerlei Schabernack - und all das können sie sich auch leisten, denn sie sind künstlerisch rundum gut und überdies noch sympathisch. Selbst die kleinste Geste stimmt bei ihnen. Die Lied-Interpretationen scheinen bereits optimal, jedoch ahnt man sehr wohl, daß sie auch anders könnten, die Geschwister, wenn sie nur wollten. Ihr Potential scheint unerschöpflich. Ihre Kunst krönen sie durch Ironie.
Den Abend im Tivoli veredelte ein Special guest, der Schauspieler Gerd Wameling, bekannt von der Schaubühne Berlin sowie als "Staatsanwalt Dr. Fried" aus der TV-Serie "Wolffs Revier".
|
| Stand: 17.06.2007 |
Home |