Berliner Zeitung 29.08.03
Die Waisenkinder aus ZermattVerschwenderische Opulenz Sie sind hinreißend komisch, mitreißend perfekt - Comedy-Entertainer von seltenstem Format: Die Geschwister Pfister. Die fulminante Revue im Berliner Tipi, dem Zelt am Kanzleramt, zeigt sie operettenselig, stilvoll, elegant, (be-)rauschend. Begleitet von Johannes Roloff, der für diese große Abschiedsgala eine Big Band zusammenstellte, bieten die Pfisters mit "Have a Ball!" Entertainment à la Las Vegas. Showbiz-Profis sind die Geschwister Pfister schon lange. Ihre fiktive Bühnenbiografie behauptet, sie seien kurz nach der Geburt in der Schweiz verwaist und unter der Obhut ihres Onkels Bill in Las Vegas aufgewachsen. Dort hätten sie dann das Showgeschäft von der Pike auf gelernt, seien zurückgekehrt nach Europa und Stars geworden. Ihre Bühnenshows schreiben die Geschichte der Zermatter Waisenkinder fort, von der Heirat mit der bulgarischen Schönheitskönigin über die Gründung einer eigenen Armee ( für eine friedliche und gerechte Unterhaltung ) bis zu "Have a Ball!". Sie kommen in großer Abendrobe auf die Bühne. Im zweiten Teil wird es bunter und man wähnt sich in einer Fernsehshow der frühen 70er-Jahre. Viersprachig, auf Englisch, Deutsch, Bulgarisch natürlich und sogar auf Mexikanisch wird gesungen, gespielt, gesprochen. Die Geschwister Pfister schaffen eine Welt aus Glitzer und Glamour, aus musikalischen Vergnügen und höchster Unterhaltungskunst. Ein großer Abend auf großer Bühne in verschwenderischer Opulenz und voller Abschieds-Melancholie. |