Von Stephan Düfel - Foto: David Baltzer
Mit "The Great Space Swindle" haben die "Geschwister Pfister" den Sprung von der Kleinkunst ins Intergalaktische geschafft.
Die Geschwister Pfister sind mit ihrer neuen Show "The Great Space Swindle" weiter in Richtung Ostsee-Kreuzfahrttauglichkeit gesegelt. So perfekt und so leicht und cremig ist zur Zeit in Deutschland nur das Berliner Easy-Listening-Trio. Es gibt nur ein kleines Problem: Die Geschwister scheinen ihre erfundenen Lebensläufe und schlüpfrige Schlüpfer-Garderobe mittlerweile für bare Münze zu nehmen. Wenn sie heute zu Esquivel-Melodien durchs Weltall hopsen oder halbnackt Cindy-und-Bert-Harmonien säuseln, dann tun sie das im Brustton vollster Überzeugung. Ihre exzentrische Ironie und Las-Vegas-großen Gesten der früheren Shows haben in der professionellen Schlagerschau nur noch am Rande Platz. Auch auf ihrem gerade erschienen ersten Studioalbum "Turn Off The Bubble Machine" (Traumton) empfehlen sich die Pfisters mit Songs wie "Junger Mann im Frühling" oder "Kleine, grüne Äpfel" als ernstzunehmende Schlagerhoffnung der neunziger Jahre. Wenn Ursli "Berlins-Antwort-auf-Madonna" Pfister, flankiert vom feschen Fräulein Schneider und dem sentimentalen Toni, weiter so schmalzt, schnulzt und schlagert, dauert es bestimmt nicht mehr lange, und die Pfisters werden von Wum und Wendelin für 3x9 engagiert.
Die Geschwister Pfister spielen Mi - So ab 20 Uhr im Blauen Zelt am Lützowplatz