Mit dem Musical "Hello, Dolly!" ist am Stadttheater Bern ein sicherer Saisonhit zur Premiere gekommen. Den größten Applaus erhielten die beiden "Geschwister Pfister" Christoph Marti und Tobias Bonn.
Die Hauptrolle der Dolly wird in Bern nicht von einer Frau gespielt und gesungen, sondern vom Berner Christoph Marti, bekannt als "Ursli Pfister". Und Tobias Bonn, bekannt als "Toni Pfister", ist Cornelius Hackl, ein Angestellter des schwerreichen Horace Vandergelder, der wiederum vom deutschen Schauspieler Gerd Wameling, einem Freund der "Pfisters", gespielt wird.
Die Inszenierung ist, mit Kostümen und Frisuren aus der Goldenen Hollywood-Ära, zwar ganz konventionell und bietet kaum Neues, aber der Erfolg des diesjährigen Stadttheater-Musicals scheint dennoch sicher. Das Premierenpublikum war jedenfalls begeistert wie schon lange nicht mehr.
Das liegt nicht nur an den prominent besetzten Hauptrollen, sondern vor allem am rasanten Ablauf der Szenen, am zügigen Wechsel der Bühnenbilder, und an der virtuosen Choreographie, die mit den Tänzern und Tänzerinnen des Bern Balletts echte Broadway-Stimmung aufkommen lässt. Auch der Chor wird effektvoll in Szene gesetzt.
Das Berner Symphonie-Orchester versucht mit dem rasanten Musical-Tempo mitzuhalten, spielt aber oft zu laut und übertönt trotz Verstärkung mit Kopfmikrophonen die Stimmen der Schauspieler und Schauspielerinnen auf der Bühne.
Auf 2800 Vorstellungen wie die Uraufführung am Broadway wird es die Berner "Dolly" nicht bringen, aber die 16 Aufführungen bis im Februar 2005 werden sich kaum über fehlendes Publikum zu beklagen haben. (sda)
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