Wenn "CWT" in künstlerischen Dingen ermittelt, können Recherchen schon mal ausufern. Im Fall von Ralph Benatzky gestalteten sie sich abendfüllend.
Er ist bekannt als Moderator, Entrepreneur und gewitzter Kommentator, unbeugbar scheint sich der ehemalige Chefdramaturg der Wiener Staatsoper auszukennen. Christoph Wagner-Trenkwitz setzt sich gerne und genau mit dem Werk großer Musikschaffender auseinander. Manchmal entstehen dabei Bücher, wie die Biografie "Marcel Prawy erzählt aus seinem Leben". Anderntags können die "Ermittlungen" aber auch eine abendfüllende Revue ergeben, so wie im jüngsten "Fall für CWT", der sich um einen österreichischen Komponisten dreht, dessen Werke oft bekannter sind als er selbst: Ralph Benatzky.
Unbekannt populär. Akribisch recherchierte Wagner-Trenkwitz dessen Tagebücher: "Mich fasziniert an Benatzky, dass er ein populärer Unbekannter ist. Natürlich kennen wir alle "Im Weißen Rössl", oder seine Filmmusiken wie "Yes, Sir". Aber was wissen wir von seinem Leben, zwischen seinem Geburtsort Mährisch-Budwitz und Wien und Berlin, den Stätten seiner großen Erfolge. Oder Hollywood, wo er nicht landen konnte. Und schließlich Zürich, wo er vor 50 Jahren wohlhabend, aber enttäuscht starb? An Benatzky gibt es noch viel zu entdecken."
Werkschau. Jener "50er" liefert nun den Anlass für sechs Benatzky-Abende in der Wiener Volksoper, die Wagner-Trenkwitz selbst moderiert (ab 18.11.). Mit dabei: die wunderbaren Geschwister Pfister.
Franz J. Sauer
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