Interview mit dem Cruiser - Mai 1994
| Von Peter Wäch |
Fühlt Ihr Euch in Europa als Ausländer?
Fräulein: Ich ja! Ich werde während des Einkaufens häufig angesprochen, weil ich ein Kopftuch
trage. Man schimpft mich aus und diffamiert mich. Ist Euch Euer Schweizer Ursprung bewußt? Habt Ihr besondere Macken? Ursli (stöhnt): Ich war zwei Jahre alt, als ich emigrierte. Ich kann mich nicht an die Schweizer Mentalität erinnern. Bei unserer "Back-to-the-Roots-Tour" im Jahre 1990 waren wir ziemlich geschockt. Ich war enttäuscht. Die Schweizer sind nicht meine Leute. Wir besuchten auch unseren Heimatort Zermatt, einer der hässlichsten Plätze, den ich je gesehen habe. Es waren zwar alle sehr nett, aber alles ist so klein und die Leute so hässlich (Längere Pause, dann lacht Ursli). Wir wollten ja eigentlich etwas von Deinen Wurzeln wissen. Ursli: Oh ja, ich kann meine Schweizer Wurzeln fühlen, whenever I cross the border. Weshalb gebt Ihr Songs aus den Vierzigern zum besten? Spricht Euch diese Ära besonders an?
Toni: Nicht die Zeit, vielmehr die Musik.
Fräulein: Das kann ich nicht beantworten. Toni soll das tun. Ursli, angenommen Du hättest ein Fernsehauftritt in Aussicht. Was ziehst Du an? Ursli: Es muß reich aussehen. Etwas Überschwängliches, Buntes. Qualität ist Ehrensache, schon wegen der ausserordentlichen Abnützung im Show-Business. Ich habe es einmal mit einem Polyester-Anzug versucht. Wir waren zuerst alle sehr ängstlich. Aber er hat schlussendlich unsere Erwartungen übertroffen. Das Material ist soooo strapazierfähig. Wann sehen wir Dich als Frau, mit einem Rock? Oder kommt das für Dich überhaupt nicht in Frage? Ursli: That's sick, ill, disgusting. Uuh, ich würde das nie tun. Was wäre der most wanted Gaststar in Eurer Show? Ursli: Eine schwierige Frage. Wir hatten bereits derart wunderbare Gaststars. Wir haben guten Kontakt zu Alfred Biolek. Er ist ein süsser Mann. Wir hatten in Köln ein Dinner mit ihm. Im Juli feiert er seinen 60. Geburtstag. Wenn wir Glück haben, wird er in Berlin unser Gaststar sein. Alice und Ellen Kessler waren auch schon einer unserer Höhepunkte. Habt Ihr Euch für das Schweizer Publikum besondere Gags einfallen lassen? Ursli: Ja natürlich. Aber wir wollen noch nichts verraten. Kommen nach den Vierzigern nun die Fifties?
Fräulein: Wir haben eh alles gemischt. Die Vierziger sind nur ein Schwerpunkt, aber wir machen nicht
unser ganzes Programm aus. Wir haben auch neue Lieder. Parfum-Werbung à la Ursli. Hast Du in dieser Hinsicht noch mehr auf Lager? Ursli: The Chanel-Thing. Darüber rede ich gerne. Das war der Beginn meiner Supermodel-Karriere. Es war alles so aufregend. Chanel hat mich angefragt, nach der Show natürlich. Es war wunderbar. Bitte sag den Leuten, sie sollen aufhören nach dem Parfum zu fragen. Der Briefkasten des Fan-Clubs wird ohnehin schon strapaziert. Eine deutsche Schwulenzeitung hat irrtümlich geschrieben, von Ursli No. 1 gäbe es bereits Duftproben.
Ursli: Es gibt keine Grenzen für mich. The only question is how much. Zum Thema Männer (Alle: Uuups). Habt Ihr schon einmal einen Fan auf dem Hotelzimmer vernascht?
Ursli: Ja sicher. Ursli, Du wirkst trotz strammer Waden sehr feminin. Brauchst Du als Ausgleich den virilen, also männlichen Typen mit Holzfällerhemd?
Ursli: Ja, absolut. Unglücklicherweise habe ich diesen virilen Typen mit Holzfällerhemd noch nicht
getroffen, but I am desperate for das Holzfällerhemd. Wie sieht es mit festen Beziehungen asu? Oder paßt das nicht ins Pfister-Konzept?
Fräulein: Darüber gebe ich keine Auskunft. Stichwort Fetichismus. Was turnt Euch an?
Ursli: Mich definitiv Ursli No. 1 und meine Ringe. Ich trage sie immer. Ich schlafe mit ihnen. Was macht Ihr, wenn Ihr älter werdet? Was ratet Ihr Zsa Zsa Gabor?
Ursli: Zsa Zsa ist wundervoll. Nun ist sie gebrochen, weil sie kein Geld mehr hat. Das ist traurig.
Aber so geht es im Leben, wenn man eine Teufelin ist wie sie. |
| Stand: 8.12.2003 | zur Startseite |