ORF, 4. Mai 2008
Geschwister Pfister auf Solopfaden |
Als Ensemble sind die Geschwister Pfister aus der deutschen Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken: In regelmäßigen Abständen von zirka drei Jahren touren die drei mit einem neuen Programm durch den deutschsprachigen Raum. Das letzte, "Home Sweet Home", war bis Ende 2007 zu sehen. Dazwischen gehen die Geschwister Andreja Schneider, Tobias Bonn und Christoph Marti aber auch eigene Wege.Neben dem Randy-Newman-Abend ist Ursli Pfister zur Zeit auch in dem Musical "Ein Käfig voller Narren" am Staatstheater am Gärtnerplatz in München zu sehen, Tobias Bonn alias Toni Pfister, hat im Februar im Deutschen Theater in Göttingen das Musical "Sisters of Swing" inszeniert, das das Leben der Andrews Sisters zum Inhalt hat und war im Dezember gemeinsam mit Andreja Schneider bei einem Ralph-Benatzky-Abend zu Gast, den Christoph Wagner-Trenkwitz für die Wiener Volksoper organisiert hat.
Dramaqueen Ursli "Das Stück", sagt Christoph Marti, "ist Anfang der 1960er Jahre entstanden, in einer Zeit, in der Homosexualität noch ein großes Tabuthema war, und - auch in Österreich - Sex zwischen zwei Männern noch mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden konnte. Aber auch im Jahr 2008 hat", so Marti weiter, "'La Cage aux Folles' nichts an Aktualiät verloren, es ist und bleibt ein großartiges Plädoyer für Toleranz und ein Stück, das zeigt, dass die Travestie wirklich die Königsdisziplin unter den darstellenden Künsten ist."
Abonniert auf Frauenrollen "Das prägende Erlebnis war eine Theateraufführung in der Schulaula in Bern", erzählt der Darsteller, damals war er zwölf. "'Faust' wurde gegeben und ich unterhielt mich danach mit der Hauptdarstellerin, die um zwei Jahre älter war als ich. Sie erzählte mir von ihren Plänen, Schauspielerin zu werden, und da habe ich gedacht: Ich möchte auch Schauspielerin werden." Auf der anderen Seite der Bühne Mit Amerika hat auch das aktuelle Soloprogramm zu tun, mit dem Christoph Marti zurzeit im Admiralspalast in Berlin zu sehen ist. "American Dreams" heißt es. Dabei will er mit Hilfe von Liedtexten, die Randy Newman geschrieben hat - sehr ironische und scharfzüngige Liedtexte -, Einblicke in das Leben in den USA geben. Verbunden werden die Songs durch Moderationen, die von seinen Erfahrungen mit Amerika erzählen, zum Beispiel wie er als schwuler Austauschschüler 1981 in eine texanische Kleinstadt kam, dort zusammengeschlagen wurde und sich sein Austauschvater in ihn verliebt hat.
Text: Bernhard Fellinger |